Ein Survival Wochenende – oder wie ich meinen Endgegner „Bow Drilling“ noch nicht ganz besiegt habe

Vorweg, der Bericht ist ein wenig länger geworden, nehmt euch also ein wenig Zeit oder scrollt zu den Themen die euch interessieren 🙂

2021 bekam ich von meinen Freunden ein Survival Wochenende im Pielachtal geschenkt. Genauer gesagt den Basic Kurs bei Reini Rossmann, der Survivallegende Österreichs. Ich folge seinen Videos auf Youtube schon länger und habe auch einige Produkte, aus seinem Shop Überlebenskunst im Einsatz.

Mit Spannung verfolgte ich im Vorfeld den Wetterbericht, von -5 Grad und Schnee bis 18 Grad Sonnenschein war alles dabei. Entsprechend versuchte ich im Vorfeld einige Szenarien durchzuspielen. Nicht nur im Kopf, sondern ein paar Tage vor dem Kurs, probierten wir bei uns im Garten auch einiges an Ausrüstungsgegenständen, wie Tarps und Wasserkocher aus und packten unseren Rucksack. Eines kann ich mit Sicherheit nach der Vorbereitung sagen, wir würden viel zu viel eingepackt haben. Tja, mit meinem Sicherheitsdenken und der Krisen4sorge im Blut, geht das wohl nicht anders. 

Aber ich wollte natürlich nicht “nur” den Kurs bei Reini machen, sondern auch gekaufte Ausrüstungsgegenstände in der Praxis austesten. Nicht nur aus Eigeninteresse, sondern ich will euch natürlich auch berichten können, was, wie, wo, wann gut klappt oder verbesserungswürdig ist.


Meine Ausrüstung für das Survival Wochenende

Rucksack – mein treuer Begleitung seit Bundesheertagen, ist ein schwarzer 65 Liter Tourenrucksack RU75 von Essl. Diese österreichische Familienmarke kenne und schätze ich seit über 20 Jahren. Ich schätze das Material, die Zuverlässigkeit der Verarbeitung, ebenso wie den Tragekomfort. Natürlich spielt auch der Preis eine Rolle, weshalb ich auch kein großer Fan der TT Rucksäcke bin (schaut bei Reini rein, dann wisst ihr wovon ich rede), aber wer das Geld hat, ist damit sicher auch gut beraten.

Schlafsack – Aufgrund der schwankenden Temperaturen, die am Gelände von Waldurlaub.at im Pielachtal, in der Nacht auch rasch in den einstelligen Bereich fallen können, entschied ich mich beim Schlafsack für etwas Wärmeres. Der Snugpak, gekauft im Überlebenskunst Shop (oder auch beim großen A erhältlich), war mein Begleiter. In der Nacht hatte es Temperaturen um die 8 Grad, also kalt, aber nicht frostig. Achtung Spoiler: Der Snugpak ist eigentlich für tiefere Temperaturen geeignet, somit war mir fast zu warm, weswegen ich nur in Unterwäsche drin lag.

Survival = Messer. Natürlich benötigt man, zur Bearbeitung von Holz etc. ein gutes Messer. Meine Entscheidung fiel hier auf das Esee Model6 aus 1095-Kohlenstoffstahl. Ein Minuspunkt an diesem Messer ist, dass man den Messerrücken anschleifen muss, um effizient Funken mit dem Feuerstahl machen zu können, die Beschichtung ist hier nicht hilfreich.

Feuerstahl kaufte ich vor Längerem, für die Krisenvorsorge, bereits den Doppelpack von Friendly Schwede.In Kritiken habe ich gelesen, dass die Funken nicht so gut sein sollen, dies kann ich nach dem Praxistest nicht nachvollziehen. Vor allem mit dem mitgelieferten Schabern war das überhaupt kein Problem.
Rollmatte – Die Unterlegsmatte war ein längeres hin und her, neu kaufen oder die altbewährte Rollmatte vom Bundesheer verwenden? Aufgrund des angesagten Regens und meiner jahrzehntelangen Erfahrung mit der Rollmatte, entschied ich mich für sie. Mein Freund hatte eine Isomatte mit integriertem Blasbalg und war auch sehr zufrieden damit.

Tarp – meine Tarp Plane mit den Maßen 3x3m, hatte ich mir als Set mit einer Hängematte, von der Marke Free Soldier, gekauft. Das Tarp hat seinen Zweck erfüllt, ich wurde nicht nass und die Laschen haben gehalten. Wer getarnter unterwegs sein will, kann sich das sehr beliebte DD TARP holen. Super sind die 4 ultra leichten Haringe. Diese haben auch im nassen Waldboden für eine Grundstabilität gesorgt. Die Hängematte habe ich noch nicht getestet.

Kleidung – Spezielles an meiner Kleidung war einerseits mein Alpaka T-Shirt von der Hochschwab Alpakafarm (lies dazu auch gerne meinen Artikel “Nie wieder ohne Merino und Alpaka”). Meines gibt es leider nur Vorort zu kaufen, aber ein Besuch dieser wunderschönen Gegend kann ja gerne auch zum Shoppen genutzt werden. (Bei besonderem Interesse, kann ich eventuell auch welche besorgen und euch privat verkaufen). Das Alpakashirt lieferte den perfekten Wärme- und Feuchtigkeitsaustausch unter der Regenjacke! Mehr hatte ich in den 2 Tage am Oberkörper gar nicht an. Natürlich waren auch meine Merino Wandersocken und meine neuen Lieblinge, die Hanwag Banks GTX Trekkingschuh aus Nubukleder mit dabei. Die Marke HANWAG stellt ihre Schuhe nur aus Materialien aus Europa her und die Schuhe sind handgefertigt, das spürt man!
Zusätzlich dazu hatte auch eine OutdoorHose und eine Regenjacke an, aber die sind schon lange in meinem Besitz und ich habe keine Ahnung mehr wo ich die gekauft habe. Empfehlungen wären hier die Regenjacke von Carinthia , oder preisgünstiger die Helikon Tex. Bei der Hose sind ebenso die beiden Marken zu empfehlen Helikon Tex , und Carinthia. Hierbei ist es die persönliche Präferenz ob man wasserdichte Hosen mag, oder lieber eine normale Outdoorhose mit einer zusätzlichen Regenhose kombiniert.


Ankunft im Camp

Um 10 Uhr war Treffpunkt mit unserem Trainer M. Neben meinen beiden Freunden, waren noch 10 weitere Personen in unserer Gruppe dabei. Die Truppe war bunt zusammengewürfelt, jedoch hatten alle Teilnehmer gemein, dass sie bei diesem Survival Wochenende etwas Lernen wollten, ihre eigenen Grenzen austesten wollten und vor allem ein Abenteuer erleben wollten. Die Erfahrung im Bezug auf Survival reichten von “noch nie draussen geschlafen” über Bergtourengeher, bis hin zu “ich würde gerne im Wald leben”. Ein Mix, der die Aufgabenstellungen spannend und herausfordernd machte. 

Das Übungsgelände befindet sich im Pielachtal. Vom Parkplatz ging es etwa 100 Meter mit Zusatzgepäck, es musst ja auch Essen und Schulungsmaterial mit, eine Schotterstraße bergauf, dann über eine Wiese, über einen kleinen Bach (der ein oder andere Schuh wurde hier getauft), dann nochmal 200 Meter in den Wald und schon waren wir da. Das Camp lag auf einem Hang und mein Blick schweifte sofort umher, wo ich hier einen halbwegs ebenen Untergrund für meinen Schlafplatz finden konnte. Naja, da war nicht viel mit Gerade. 


Lasset das Abenteuer beginnen

Station 1 – die Theorie

Nach der Vorstellungsrunde gab es die ersten Theorielektionen, die 3er Regel und die 6 Ws waren wesentlicher Bestandteil davon. Auch wenn unsere kreative Gruppe schnell man 8 oder 9 Ws daraus machte und die 3er Regel durch die Gefahrenquelle der “Sickergrubengase” erweitert wurde. 

Station 2 – der Shelterbau

In 2 Gruppen, zu je 6 Personen, sollten wir einen behelfsmäßigen Unterschlupf bauen, nur mit Materialien aus der Umgebung. Gruppe 1 hat sich für einen A-Frame, angelehnt an einen Baum entschieden. Anscheinend fanden sie Zivilisationsmüll 🙂 in Form von Schnüren, mit denen sie die seitlichen Äste befestigten. Gruppe 2 wählte die wohl flachste Stelle des Lagers und stellte dort mit Hilfe von 6 Y- Ästen und einem Dachbalken, ein Zelt auf. Nach 2 Stunden der Materialsuche und des Aufbaus, gab uns der Trainer den Hinweis, wir sollten doch auf unser Liegefläche achten. Kalter nasser Boden entzieht dem Körper schnell die Wärme, deshalb gibt es eine Faustregel: Besser 2 Lagen unten als 1 oben! 
Auch ist gut zu wissen, dass nasses Laub besser isoliert, als trockene Nadeln. Daher immer bevorzugt Laub als Isolationsschicht nehmen.

Fazit: Ohne Fachwissen und Übung hätten wir die Nacht in diesen “Unterkünften” wohl kaum überstanden.

Bevor es weiter zur dritten Station ging, wurde in einer Zwischenlektion das behelfsmäßige Dreibein ausprobiert. Dieses kann in jeder Größe errichtet werden und sowohl zur Unterkunftsstabilisierung, als auch als Topfträger über dem Feuer verwendet werden. 

Auch gönnte ich mir mit ein paar mutigen Verkostern zwischenzeitlich einen Kaffee aus dem Packerl (Tüte), gekauft bei XXL-Sport. Zu unserer Überraschung war der wirklich trinkbar und dank JetBoil war das Wasser auch binnen weniger Minuten heiß.

Station 3 – Bau des eigenen Schlafplatz mit Hilfe eines Tarps

Ich wollte mir aus meinem Tarp einen von 3 Seiten geschlossenen Unterstand errichten, leider habe ich aber mangels Übung nicht mehr gewußt, wie das genau ging. Nach ein wenig hin und her entschied ich mich dann zu einem C-Frame, da es mir aufgrund des Dauerregens wichtig war, einen Nässeschutz von unten zu haben. Lessons learned: Üben, üben, üben, sonst wird das nix! Auch neu war mir die Häckelschlaufe. Sie ist eine schnelle Methode, um ein Seil zu befestigen, aber auch wieder lösen zu können. Mit dieser Schlaufe und einem Zapfen oder Stock, ist auch eine Plane schnell fixiert.

Mein Shelter blieb gänzlich trocken und dank dem SnugPak war mir eher zu warm als zu kalt. Trotzdem trug ich meine dünne Merinohaube am Kopf, um ein Auskühlen über den Kopf zu verhindern. Mit dem Campingpolster hatte ich, bis auf wenige Störungen, eine ausgezeichnete Nacht. Leider ging es nicht allen so und die Auswirkungen waren am nächsten Tag ersichtlich.

Dann kam meine Feuertaufe, im wahrsten Sinne des Wortes. Wir brauchten ein Feuer für unser Abendessen. Während einige, unter Anleitung unseres neu ernannten Chefkochs, Gemüse und Speck schnitten, versuchte ich mittels Tampon und Feuerstahl ein Feuer zu erzeugen. 

Vom anderen Teil der Gruppe wurde ich mit Holz versorgt, welches aber trotz Sägen und Spalten, mittels Reinis Bushcraft Beaver, komplett nass war. Nach dem 3. Tampon zeigte der Coach Gnade und reichte mir eine mitgebrachte, trockene Birkenrinde. Leider gibt es in diesem Wald kaum Birken, drum verlief meine Suche am Nachmittag erfolglos. Birkenrinde enthält viele ätherische Öle, die sogar bei nasser Rinde brennen.

Mit diesem Wundermittel gelang es dann endlich ein Feuer zu entfachen. Zum ersten Mal testete ich hier auch mein Blasrohr, um dem Feuer zielgerichtet Luft zu geben, spitze! Während das Gulasch fertig zubereitet wurde, begab ich mich zum nahegelegenen Bach und holte mir Wasser, gefiltert mit dem Grayl Wasserfilter.

Station 4 – Feuer machen

Die Aufgabe war Feuer machen, nur mit dem was man in der nahen Umgebung findet. Einziges Hilfsmittel waren 3 Streichhölzer. In Kleingruppen zu 2-3 Personen, hatten wir 20 Minuten Zeit, Material für unser Feuer zu finden. Es hatte das ganze Wochenende geregnet, zwar nicht stark und ohne Wind, aber trotzdem war alles in der Umgebung nass und das Holz aufgeweicht.

Mir kam, so glaubte ich, wieder einmal mein Interesse an den Youtube Videos der Survival und BushCraft Szene zu Gute. Ich wusste, dass trotz Regen, die beste Chance auf trockenes Holz, in einem Nadelwald, die unteren Äste der hier stehenden Fichten waren. Wenn Fichten wachsen, hinterlassen sie einige dünne Äste am Stamm, diese sind abgestorben und werden von der Pflanze nicht mehr versorgt. Also Trockenholz am Stamm. Man hört beim Abbrechen auch sofort das trockene Holz knacken. Leider waren wir an diesem Ort nicht der erste Kurs und somit musste ich einige Meter durch das unwegsame Gelände bewältigen, um an brauchbare Äste heran zu kommen.

Weiters wussten wir, dass wir auf nassem Untergrund eine weitere Unterlage brauchen, damit die Feuchtigkeit nicht vom Boden aufgesaugt wird.

Voller Vertrauen auf unsere Konstruktion versuchten wir unser Glück, doch als auch das dritte Streichholz die Holzspäne nicht entzünden konnte, bzw. das Feuer schnell wieder ausging, war die Enttäuschung groß. Der Coach meinte gleich, wir haben quasi alles richtig gemacht, nur hatten wir zu wenig “Zunder”-Holz zubereitet, um die restliche Feuchtigkeit weg zu bekommen. Mit diesen Worten war mein Ehrgeiz angesporrnt. 

Während alle zu den restlichen Feuerstellen weiter wanderten, schabte ich wie ein Verrückter, erzeugte Feathersticks, schlichtete das Holz neu und bereitete mehr kleine Hölzchen zum “Füttern” vor. Als auch die letzte Gruppe ohne Erfolg aufgab, man muss wirklich zugeben, dass es unter diesen Umständen für niemanden einfach ist und vermutlich die wenigsten mit dem ersten Streichholz Erfolg hätten, bat ich den Coach um 3 weitere Streichhölzer.  Ich wollte es für mich selbst unbedingt schaffen! Ich wollte überleben! 😀

Streichholz Nummer 2 brachte den Erfolg, mein Feuer trotzte dem leichten Regen und wuchs. Ich wollte am liebsten voller Inbrunst brüllen : “ICH HABE FEUER GEMACHT!”  Aber ich wollte den Coach nicht unterbrechen, der uns gerade zeigte, worauf man zu achten hatte und wie ein “sibirisches Feuer” aussieht. 

Der Abend und die Nacht unter freiem Himmel

Die Zeit verflog und plötzlich wurde es dunkel. Dank unseres hervorragenden Kochs, konnten wir eine herzhafte Gulaschvariation am Lagerfeuer genießen, es war auch die erste und einzige wirkliche Mahlzeit dieses Tages.

Eine faszinierende Begebenheit, die mir in meiner Militärzeit und bei vielen Campingtrips schon aufgefallen ist, viele Menschen haben augenscheinlich kein gutes Gefühl bei Dunkelheit oder sind es schlichtweg nicht gewohnt. Kaum war es dunkel, wurden die Stirnlampen aktiviert, kaum ein Handgriff ging ohne Licht. Dies brachte mich wieder zum Nachdenken, wie es der Bevölkerung denn wohl ginge, wenn der Strom mal länger weg wäre. 

Es ist niemandem Vorzuwerfen, aber sollte jeden zum Denken anregen. Geht mehr in die Natur, macht in gewohntem Umfeld auch Nachtwanderungen, dreht mal das Licht ab, gewöhnt die Augen an die Dunkelheit und schult auch den Körper auf unebenem Gelände stabil zu gehen. Falls ihr doch mehr Licht wollt, schaut in die Rubrik Licht auf meiner Seite.

Nach ein paar Stunden am Lagerfeuer mit unterhaltsamen Plaudereien, gingen alle nach und nach in ihr “Bett”. Es regnete die ganze Nacht vor sich hin, aber bis auf ein paar routinemäßigen Wachphasen, verlief meine Nacht ereignislos. Andere kämpften jedoch mit der Kälte; der Sommerschlafsack war wohl nicht die richtige Wahl, andere rutschten aufgrund der Hanglage mehrmals bergab oder wurden von schnarchenden und hustenden Nachbarn wach gehalten. Als dann um etwa 5 Uhr ein Hirsch seinen Ruf ertönen ließ, war für die meisten ohnehin kaum noch an einen ruhigen Schlaf zu denken. Zwischen 7 und 8 Uhr quälten sich dann alle so langsam aus dem Waldbett und wir trafen uns beim großen Feuer zum kleinen Frühstück.

Mein Frühstück für Gewinner

Ich hatte eine Frühstücksmüsli von Travellunch, meine Edelstahlflasche im Feuer für den Tee und meine French Press für den morgendlichen Kaffee dabei. Übertrieben? Ja vermutlich schon, aber wie erwähnt wollte ich für euch ein paar Dinge auf Herz und Nieren testen.

Die Edelstahlflasche musste das Teewasser direkt in der Glut erwärmen und mir beweisen, dass sie nicht kaputt geht- Test erfolgreich bestanden. 

Der Titanbehälter der French Press diente zuerst für das Müsliwasser, dann für den Kaffee. Bei der zweiten Runde bemerkte ich allerdings nicht, dass der Ast, auf den ich den Behälter stellte, bereits fast durchgebrannt war und so ergoss sich ein halber Liter Wasser über das Feuer. Dank des Blasrohres hatte ich es aber bald wieder bei voller Größe und es konnte weitergehen. Es folgten 2 Kaffeefüllungen, das erste Mal mit 45g gemahlenem Kaffee, die zweite Füllung waren 35g. Beide Mengen sind brauchbar, der eine ein wenig stärker, der andere schwächer. Wer einen richtigen Booster braucht, nimmt 60g; zu Hause bereits probiert und als zu stark empfunden. Aber wie wir wissen gibt es auch Kaffeesnobs am Feuer, aber mehr dazu HIER in meinem Artikel: Kaffee Liebhaber und Camping – verträgt sich das?

Station 5 – Wasser

Es ging darum, den Unterschied zwischen sauberem und trinkbarem Wasser zu verstehen. Ebenso wurden die verschiedenen Kontaminationswege besprochen und Filter gezeigt die den Großteil der Gefährdungen entfernen können. Lifestraw, Katadyne oder mein mitgebrachter Grayl sind da tolle Möglichkeiten. Aber wir sind hier ja auf einem Survival Kurs, mit gekaufter Technik kann jeder, mit einfachen Hilfsmitteln sieht das schon anders aus.

Als Aufgabe wurde eine PET Flasche mit Schmutzwasser gefüllt. Diese sollte nur mithilfe eines Tampon und eines Taschentuches gefiltert werden, um es sauber zu machen. Die offensichtliche Lösung beider Gruppen: das Tampon und das Taschentuch in den Flaschenhals stecken und das Wasser durchsickern lassen.
Erfolg: ja! Dauer: Ewig!
Eine andere Möglichkeit wäre gewesen, Physik zu verwenden. Flasche in 2 Teile schneiden, Taschentuch mit einem Ende ins Schmutzwasser, das andere Ende in den andere Teil der Flasche hängen. Über die Fasern wird das Wasser ohne Schmutzpartikel aufgesaugt und rinnt dann in das andere Gefäß.

Ebenso zeigt uns der Coach, wie man in einer Rettungsdecke mit heißen Steinen Wasser abkochen oder auch, dass eine Pet- Flasche zum Abkochen direkt ins Feuer gestellt werden kann. Passend zum Thema, habe auch ich wieder meine Wasserreserven aufgefüllt 😉

Station 6 – Ernährung in der Wildnis

Der Coach schnappte sich seine Tafel und die Ideen der Teilnehmer wurden notiert. Natürlich durfte neben so manchen Kräutern und Blumen, auch der delikate Rehrücken nicht fehlen. Unser Trainer hatte sogar ein paar Proben gesammelt, um einige der Pflanzen auch in Echt sehen zu können. Gemerkt habe ich mir natürlich nicht so viel, ist ja auch eine eigene Wissenschaft all die Pflanzen zu jeder Jahreszeit richtig zu erkennen. Da muss wohl auch mal ein Pflanzenkurs bei Reini her 🙂
Passend zum Thema habe ich meine Edelstahlflasche getestet und machte mir einen gepimpten Kräutertee mit Fichtenwipferl Einlage.

Danach war für die meisten Teilnehmer Schluss. Die schlaflose Nacht und die Anstrengungen des Kurses brachte den Großteil dazu, in die warme trockene Heimat zu reisen. Es war mir eine Ehre. Doch als PrepPapa Michi war mir und meiner Freunden klar, wir wollten noch was erleben!

Station 7 – Bow Drilling, mein Endgegner!

Wir konnten noch nicht gehen. Es stand noch etwas, für uns, sehr wichtiges am Programm. Bow Drilling! Schon einmal ausprobiert? Sieht einfach aus, ist es auch,…..wenn man mal ein paar Stunden oder Tage geübt hat. Da gibt es soviel zu beachten, bevor man einen Erfolg erzielt! Die richtige Holzwahl, wie der Drill geschnitzt werden muss, wie der untere Holzteil vorbereitet sein soll, wie das mit dem Bow und der Schnurspannung aussieht, wie man Glut bekommt und wie man diese dann in ein Feuer verwandelt…

Ich sag´s euch, nehmt immer ein Feuerzeug mit, ganz egal wo ihr hingeht, fliegt oder fahrt. Geschafft haben wir es leider nicht, zumindest nicht ohne ein wenig Zündhilfe. Wir hätten wohl noch 2 bis 3 Stunden gebraucht. Aber es war eine tolle Erfahrung und die Idee wie es funktionieren kann, ist im Kopf. Der Bow Drill ist also nun mein Endgegner und ich werde in den nächsten Monaten üben, üben, üben und hoffentlich irgendwann siegreich vom Duell berichten können.
Bis bald,

Euer PrepPapa Michi

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